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Ich bin auf der Suche nach zwei Menschen mich in der Moderation auf darmstadt.social zu unterstützen.

Hast du (professionellen) Bezug zur Sozialpädagogik oder den Sozialwissenschaften? Das wäre ein dickes Plus und mir persönlich wichtig. Ich bin vor allem im technischen Bereich stark aufgestellt und suche daher Menschen aus anderen Bereichen und Lebenssituationen diese Community zu gestalten und mir auf die Finger zu schauen.

Bei Interesse schreib mir gerne eine DM.

@w4tsn
Es ist schon ein starkes Stück, Sozialwissenschaften und Sozialpädagogik in einen Topf zu werfen. Die beiden Richtungen haben nichts mit einander zu tun.
(Sollten eigentlich, aber die Sozialpädagogen meinen, sie könnten auf die Erkenntnisse der Sozialwissenschaftler pfeifen, und wirkliche (Sozial-)Wissenschaftler können mit dem Quatsch der Sozialpädagogen genauso wenig etwas anfangen, wie den "Erkenntnissen" der Lehrer.
Such dir Leute mit Chat-Erfahrung, die können Moderation

@wauz gerade aus diesem Grund ist die Idee aus beiden Richtungen jemanden ins Team zu holen, da meiner Erfahrung nach beide völlig verschiedene aber sich ergänzende Qualitäten bieten

@w4tsn
Informier dich lieber, was Sozialwissenschaftler wirklich machen.
Die betreiben Wissenschaft, nicht Kindergarten

@wauz in meinen Gesprächen mit Sozialwissenschaftlern an der Uni kamen immer sehr Spannende Gespräche und Insights über alles mögliche zustande, woraus ich jetzt erstmal schließe dass in einer Moderation ein solcher Input sehr wertvolle Richtungsweisung bieten kann. Ich sehe da aktuell noch sehr viel Potential drin. Soll ja nicht die einzige Quelle sein, auf der sich die Diskussion stützt

@w4tsn
Sozialwissenschafts-Studenten sind in der Tat vielseitig interessiert und manche sehr gebildet. Aber ehrlich: was hat das mit Moderation zu tun?
Moderation ist ja nur noch die Frage, sperren oder nicht sperren, dafür deföderiert werden.
Die meisten Meldungen kommen von Trollen, nach dem Motto: Der hat Jeh*v* gesagt!

@wauz ich sehe im Moderationsteam durchaus auch einen integralen Bestandteil der Community, in der sich auch Diskussionen abseits der reinen Moderationsthemen ergeben können. Da ist mir persönlich einfach wichtig an Themen und Perspektiven auszubauen die ich nicht bieten kann. Letztlich ist es in der Moderation natürlich ein durchsetzen der Regeln, aber es gibt immer auch Interpretationsspielraum der so denke ich, unter vielen Möglichkeiten, profitieren kann.

@wauz

Ich hab Soziologie studiert, eine Promotion angefangen, und arbeite jetzt in der Sozialen Arbeit. Mit Verlaub ... über was ich nicht reden kann, darüber soll ich schweigen.

@w4tsn

@fabyk
Du hast für dich eine Entscheidung getroffen. Kannst du tun. Aber Soziologie ist kein Berufsstudium, sowie SozPäd.
Es ist halt eher bezeichnend für dieses Fach, dass das auch Leute können, die es nicht studiert haben.
Ich habe noch keinen SozPäd getroffen, der sich nicht als Quatschkopp erwiesen hätte.
Wir haben alle SozPäd und Lehrämtler deswegen aus der Veranstaltung geschmissen. Die durften ihren Schein bei den Politoligen machen. 1h Klausur. Passten auch unter der Tür durch
@w4tsn

@wauz @w4tsn

Du kannst nicht beides haben: Dich auf der Seite des Geistes profilieren und durch akademischen Standesdünkel getriebene Geschmacksurteile abgeben. ;-) Wenn ich von Akademikern gesagt bekam, Menschen seien zu dumm oder uninteressiert für die eigene Disziplin, dann waren das meist Menschen, die ihr eigenes Fach und vor allem dessen Didaktik nicht beherrschten. Gerade in den Geistes- und Sozialw. ist eine heterogene Studentenschaft pädagogisch gesehen IMMER vom Vorteil.

@wauz @w4tsn

Eine der wenigen bahnbrechenden "Erfindungen" der Sozialw. ist die Offenlegung des Zusammenhangs zwischen sozialem Standpunkt und Bewusstseinsproduktion. Ein guter Lernpfad für Geistesw. läuft von den Feuerbachthesen über Bachelard zu Bourdieu. Danach merkt man auch, dass die Sozialpädagogik vor allem für Linke (tm) das nötige Komplement ist, um die Welt nicht nur zu interpretieren (Philos.) oder funktional zu zerforschen (Sozialw), sondern sie zu ändern.

@fabyk
Da trägst du gerade Eulen nach Athen. Alles meine Baustelle. Das Problem ist auch nicht mangelnde Lernfähigkeit, sondern fehlendes Interesse.
Bzw die Inzucht innerhalb der Fachbereiche. Es hat mich gestört, das noch fördern zu müssen. Aber wer meint, mir nicht zuhören zu müssen, weil ernsthafte Leistungsanforderung "zu viel erwartet" wäre, mag dahin gehen, wo die Erwartung erfüllt wird.
Meine persönliche Erfahrung: die genannten sind an "Wissen" interessiert, nicht an Fähigkeit.
@w4tsn

@fabyk
Jain. Leute, die bloß einen Schein brauchten, waren in der Veranstaltung, in der man nur auf eine Klausur lernen brauchte, besser aufgehoben. Wenn du wert drauf legst, dass die Leute etwas -können-, dann brauchen solche ungeheuer viel Betreuung und es kommt doch nichts dabei heraus.
SozPäds und Lehramt haben allgemein die Erwartung, dass Hochschule/Uni auch nur Schule ist.
Natürlich gibt es auch andere dabei. Aber sehr selten.
Inzwischen ist das durch Bologna noch verschärft.
@w4tsn

@wauz @w4tsn

Meine Erfahrung in der Lehre war, dass die Studis sich mit ihren Mitteln (mit welchen sonst?) auf die für sie nebensächlichen Disziplin eingelassen haben, wenn ich mich vorher auf sie eingelassen habe. Lebensweltorientierung (Achtung: auch Hauptbegriff in der Sozialpädagogik) als pädagogisches Prinzip.

@wauz @w4tsn

Eine rein inhaltlich bzw. letztlich ständisch orientierte Lehre ist strukturkonservativ. Sie reproduziert damit auch alle mal mehr, mal weniger aushaltbaren Ungleichheiten. Bei Lehramtstudis zieht das ja noch ein Rattenschwanz an Wirkungen in ihrer Schulpraxis nach sich. Daher lieber mal mehr in sie investieren, als dass die dann beschädigt in die Berufspraxis entlassen werden und es an unseren Kindern auslassen.

@fabyk
Da gebe ich dir recht. Aber die Probleme sind nicht mit den vorhandenen Mitteln zu lösen.
Wir haben Publikum, dass eigentlich eine Berufsausbildung sucht. Und nur wenige, die an Erkenntnis mitarbeiten will.
Die Frage ist, ob "Uni" da überhaupt ein tragfähiges Modell ist.
Beim Lehramt werden ja im Referendariat alle reformatorischen Ansätze ausgesiebt, bei "Anerkennungsjahren" ist das ähnlich.
@w4tsn

@fabyk @w4tsn
Wenn man "Bildung" als emanzipatorischen Prozess sehen will, muss man auch sehen, dass der Emanzipation ein Befähigungs-Prozess vorausgehen muss.
Ich nehme als Beispiel Beuys, als Professor. Der war der Ansicht, dass ein jeder Mensch Kunst erschaffen kann. Trotzdem verlangte er von Studis Kopierkurse, die so penibel waren, dass man damit hätte echter Fälscher werden können.
Mit dem - 1/2

Kopierkurs wirst du nicht kreativ. Aber du lernst, das zu produzieren, was du produzieren willst. Erst Können, dann Emanzipation. @fabyk @w4tsn - 2/2

@fabyk @w4tsn
Das Problem am Emanzipationsgedanken ist: das wollen fast nur Künstler, Mathematiker und Philosophen.
Frag mal, warum Kinderkrankenschwestern das werden wollen: ich wollte Kinder pflegen.
Die Lehrer: ich wollte Lehrer werden. Nicht etwa: ich will Kinder lehren.
Die Kinderkrankenschwester, die danach Lehramt studiert: Was mit Kindern, aber halbtags...
Diejenigen, die sich emanzipieren - 1/2

wollen, sind eine kleine Minderheit. Die meisten wollen ein Ticket zum Geldverdienen.
Diesen großen Unterschied muss man berücksichtigen.
Ein fertiges Rezept habe ich nicht.
Nur den Einwand, dass unsere bisherigen Systeme Karrieristen fördern. Also bringt es ein rückwärtsgewandtes Fordern früherer Zustände auch nicht. @fabyk @w4tsn - 2/2

@wauz @w4tsn

Als Soziologe sind mir die Selbstaussagen zu eigenen Motiven erstmal nur abhängige Variablen, zu denen die sozialen Ursachen zu suchen sind. Und da niemand gerne von unsichtbaren Mächten gelenkt erscheint, reagieren auch viele Studis stark auf eine soziologischen Reflektion ihrer Biographie. Und zack, hast du sie bei den Emotionen und kannst sie mitnehmen zu den handwerklichen Grundlagen solcher Reflektionen, z.B. statistische Zusammenhänge bei der Berufswahl.

@fabyk
Es gibt viele didaktische Möglichkeiten. Die Frage ist, wo setze ich meine Energie ein. Wenn ich laut Studienordnung nur EINE zweistündige Veranstaltung zur Verfügung habe, um Inhalte zu transportieren, die eigentlich 2 Semester vierstündig bräuchten, überlasse ich die Scheinmacher gerne den KollegInnen, die nur eine einstündige Klausur abrufen.
Wir haben da ein wenig getrickst, um ordentliches Niveau einfordern @w4tsn - 1/2

zu können.
Manche haben es auf erste nicht geschafft, sind aber wiedergekommen und haben es dann gepackt. Andere sind eben ausgewichen.
Die, die es bei uns nicht geschafft haben, haben aber trotzdem mehr gelernt, als die, die nur die Klausur gemacht haben

@w4tsn @fabyk - 2/2

@fabyk
Uns war es wichtiger, ein paar Leute richtig zu befähigen, und die, die ohne jedes Interesse den Schein wollten, eine Tür weiter zu schicken. Trotzdem hatten wir immer noch genügend Doofis aus dem eigenen Haus, die uns Mühe kosteten.
Ich sehe das Problem darin, dass es tatsächlich nur wenige gibt, die ein wissenschaftliches Niveau erreichen wollen.
Es gibt gleichzeitig aber die Erwartung, dass Abi schon @w4tsn - 1/3

studierfähig macht, und das ist m.E. ein Irrtum. Wir brauchen viel mehr Vermittlung von Grndlagen, wie zB Schreibkurse usw.
Das kann aber eine Veranstaltung alleine nicht erreichen. Die Curricula sind schlicht Mist.
Es fehlt auch an der grundsätzlichen philosophischen Einführung in "Wissenschaft" als ein Mittel der Erkenntnis.
Schule lehrt binge&bulge learning. Damit kommen wir nicht weit.
Gerade SoWi ist überlaufen mit Leuten, die @fabyk @w4tsn - 2/3

nicht wissen, was sie wollen. Denen muss anders geholfen werden. Bis hin zu sozialpsychiatrischen Betreuung.
@w4tsn @fabyk - 3/3

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